
Feierstunde am Böhmerwaldplatz in München
Wie vor 20 Jahren, als das Adalbert-Stifter-Denkmal 1989 am Böhmerwaldplatz eingeweiht wurde, war es ein schöner sonniger Herbsttag: Am Samstag, den 24. Oktober 2009 traf sich eine beachtliche Zahl von etwa 70-80 Landsleuten auf dem Münchner Böhmerwaldplatz, um an dieser von Leopold Hafner geschaffenen Gedenkstätte den Jahrestag der Errichtung und gleichzeitig das 125-jährige Bestehen des Deutschen Böhmerwaldbundes zu feiern. Es war ein buntes Bild, als sich die Fahnenabordnungen aus München, Rosenheim und Waldkraiburg, der Fahnenträger mit der Gemeindefahne von Pflanzen und viele Teilnehmer in Tracht vor den herbstlich gelbgold leuchtenden Hainbuchenhecken am Denkmal versammelten.
Zunächst begrüßte die Landeskulturreferentin Gabi Strobl die anwesenden Böhmerwäldler und Gäste, dankte allen für die zahlreiche Teilnahme und stimmte in Erinnerung an die alte Heimat das erste gemeinsam gesungene Volkslied "Auf´d Wulda" an. Die Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, Frau Irmgard Micko, ergriff nun das Wort und erinnerte in einer kurzen Festansprache an die wechselvolle Geschichte des Böhmerwaldbundes seit seiner Gründung im Jahr 1884. Hierbei betonte Sie insbesondere die Verdienste des Budweiser Kaufmanns und späteren Bürgermeisters Josef Taschek, unter dessen Vorsitz am 27. April 1884 der Deutsche Böhmerwaldbund gegründet wurde. Die Böhmerwäldler sahen sich schon Ende des 19. Jahrhunderts veranlasst, einen Schutzverband gegen die "Tschechisierung" zum Erhalt des Deutschtums in ihrer Heimat zu gründen. Bis zur Auflösung des Böhmerwaldbundes 1938 war Josef Taschek der führende Geist unseres Verbandes. Frau Micko wies darauf hin, dass der Deutsche Böhmerwaldbund seit seiner Neugründung 1954 Heimat für viele Menschen geworden sei, die auch heute noch ihre Zeit und ihre Kraft zur Verfügung stellen um ihn zu erhalten. Nach einem weiteren gemeinsam gesungenen alten Lied, „I bin da Hulzknecht vom See“, überbrachte der stellvertretende Bundesvorsitzende, Herr Franz Payer, die Grüße des gesamten Vorstandes. Er berichtete von den vielfältigen Schwierigkeiten bei der Suche nach einem geeigneten Platz für das Denkmal der Böhmerwäldler in den 80er-Jahren und erinnerte auch an die Landsleute, die sich für dessen Errichtung eingesetzt hatten. Besonders erwähnte er auch die große Spendenbereitschaft der Landsleute, die die Errichtung des Denkmals erst ermöglicht hatten. Nachdem zum Abschluss der stimmungsvollen Feierstunde das Lied "Es war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand..." verklungen war, versammelten sich alle um das Denkmal zu einem Gruppenbild. Abschließend lud die Landeskulturreferentin Gabi Strobl, die in bewährter Art und Weise die Veranstaltung organisiert hatte, alle Teilnehmer ein, noch gemeinsam in ein nahegelegenes Cafe zu gehen, wo der Nachmittag in gemütlicher Runde bei Gesprächen über die Heimat und alte Zeiten endete.
Bericht verfasst von Michael Wurscher (Schriftfüher Landesverband Bayern 2008-2010)